Wozu braucht man Design Thinking?

Knapp zwei Wochen vor Coaching-Start für Kreativsonar-Gewinner 2018, sprechen wir mit unserer Workshop-Leiterin Jane Schek über Design Thinking.

Egal ob Solo-Selbständig oder Konzernvorstand; um als UnternehmerIn erfolgreich zu sein, muss man sich ständig weiterentwickeln. In unserer Beitragsreihe »Wozu braucht man ..?« beleuchten wir einige Aspekte des Unternehmertums und sprechen mit ExpertenInnen. Heute: Kreativsonar-Coach Jane Schek.

Du bist in diesem Jahr das erste Mal als Coach des Kreativsonar tätig. Hast du bestimmte Erwartungen an unsere Gewinner?

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarte ich nur die Bereitschaft, sich einen Tag lang aus einer etwas anderen Perspektive auf ihre Geschäftsidee zu schauen –  nämlich aus der Perspektive der Kunden.

Zur Vorbereitung könnten sie versuchen ein Paar Gespräche mit potentiellen Kunden zu führen, um besser zu verstehen welche Bedürfnisse diese haben. Falls das nicht machbar sein sollte, dann könnten sie sich überlegen, wer genau denn ihr Kunde sein soll und das möglichst konkret. Alles andere machen wir im Workshop. Falls es unter den Gewinnern Teams gibt, rege ich dazu an, dass ALLE zum Workshop kommen. Denn Design Thinking funktioniert am besten im Team!

Kannst du uns kurz erklären, worum es beim Design Thinking überhaupt geht und was man davon hat?

Auch wenn der Name es suggeriert, stammt Design Thinking nicht aus der klassischen Kreativwirtschaft, sondern aus dem Umfeld der Stanford University in Kalifornien. Es geht um die Arbeitsweise von Designer und Architekten, die man Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern zugänglich machen wollte. Durch das „Denken wie ein Designer“ erhofft man Lösungen und Produkte, die viel näher an den Bedürfnissen der Kunden sind. Inzwischen ist Design Thinking als Arbeitsweise in vielen Konzernen auch in Deutschland etabliert.

Die Stärken von Design Thinking sind; die Generation von wirklich neuen und innovativen Lösungen für komplexe Probleme, einen starken Fokus auf den Nutzer, die schnelle, ressourcenschonende Erkennung von Schwächen einer Idee in einer frühen Phase und eine teambezogene, energiegeladene Arbeitsform, die Spaß macht! Design Thinking eignet sich vor allem für viele der komplexen Probleme, die Gründer bewältigen müssen; wie muss mein Produkt aussehen, was braucht der Kunde, welche Prozesse muss ich etablieren?

Du bist Mitglied der Initiative Neues Lernen, was verbirgt sich dahinter?

Die Initiative Neues Lernen (INL) ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel innovative Methoden aus der Wirtschaft (wie das Design Thinking) in Schulen einzusetzen, um dort Probleme zu lösen. Konkret bedeutet das, dass eine Schule, die eine Frage hat auf den Verein zukommt und INL Trainer und Moderatoren für ein Workshop zur Verfügung stellt. Vorraussetzung ist, dass sowohl Lehrer, Schüler und Eltern paritätisch am Workshop teilnehmen. Die Workshops folgen lose dem Design Thinking Prozess und dauern in der Regel zwei Tage. Bei Bedarf steht der Verein auch danach für Coachings bereit.

Für Fragen rund um die Integration von Flüchtlingen wurde ein besonderer Workshop entwickelt. Die Ausgangsfragen der Schulen sind sehr divers, vom Umgang mit einer größeren Baustelle bis hin zu Inklusion oder Mobbing. Hintergrund der Initiative ist der Wunsch, Schule für alle zu einem besseren Ort zu machen. In den Workshops erleben wir immer eine enorme Energie, die Kreativität freisetzt und alle Teilnehmer (endlich) in einen effektiven Austausch bringt!

Zur Website von Jane Schek geht es hier.