Wozu braucht man Crowdfunding?

Statt sich Geld von der Bank zu leihen, kann man auch gleich potentielle Kunden bitten das Projekt vorzufinanzieren. Klingt super, aber wie funktioniert Crowdfunding in der Praxis? Dazu haben wir mit Bernhard Lorig gesprochen.

Egal ob Solo-Selbständig oder Konzernvorstand; um als UnternehmerIn erfolgreich zu sein, muss man sich ständig weiterentwickeln. In unserer Beitragsreihe »Wozu braucht man ..?« beleuchten wir einige Aspekte des Unternehmertums und sprechen mit ExpertenInnen. Mit Bernhard Lorig sprechen wir heute über die Chancen von Crowdfunding.

Du bist der Initiator vom Ideenwald Crowdfunding Rheinland-Pfalz/Saarland. Was genau verbirgt sich hinter Ideenwald?

„IDEENWALD – Crowdfunding RheinlandPfalz&Saarland“ ist ein Netzwerk aller akademischen Gründungsförderer beider Länder, das es sich zum Ziel gesetzt hat, all diejenigen aus RLP und Saarland zu unterstützen, die über Crowdfunding ihre Idee realisieren möchten.

Wir möchten erstmal für Crowdfunding als tolles Instrument zur Realisierung von Ideen werben. Dazu halte ich viele Vorträge in beiden Ländern. Es reicht uns aber nicht, nur darauf aufmerksam zu machen, wir unterstützen auch bei der Erstellung einer eigenen Kampagne, in dem wir zusammen mit unseren Partnern Intensiv-Workshops zum Thema anbieten.

Und schlussendlich haben wir auch eine Plattform in Zusammenarbeit mit Startnext, der größten deutschen Reward-based Crowdfunding Plattform, aufgebaut, über die man seine Ideen präsentieren und um Unterstützung werben kann.

Gibt es Projekte ausbestimmten Bereichen oder Branchen für die Crowdfunding nicht die richtige Lösung ist?

Die Branche ist dabei gar nicht so entscheidend. Beim Reward-Based Crowdfunding ist es viel wichtiger, dass man fähig ist, seineCrowd zu erreichen und ihr etwas spannendes, einzigartiges anbieten kann. Die Crowd besteht aus Privatpersonen, also aus dir und mir und vielen anderen. Deshalb sind B2B Modelle eher schwierig zu realisieren, wo eben Unternehmen und nicht Privatpersonen angesprochen werden.

Immer dann, wenn man diesen Personen etwas Tolles für ihr Geld anbieten kann, hat man gute Chancen. Das muss nicht immer ein Produkt sein, das man vorfinanzieren möchte, es kann sich auch um ein Event handeln oder ähnliches. Wer hier kreativ ist, kann auch einiges erreichen!

Ideenwald ist angegliedert an das Gründungsbüro der Technischen Universität Kaiserslautern. Hauptsächlich gibt es dort also technisch-naturwissenschaftliche Ausgründungen. Warum wollt ihr trotzdem das Thema Kreativwirtschaft bespielen?

IDEENWALD – Crowdfunding ist offen für alle! Wir möchten in beiden Ländern eine „Awareness“ für Crowdfunding erreichen und eine richtige Crowd aufbauen, auf Seite derer, die eine Idee realisieren möchten und auf Seite derer, für die diese Ideen gedacht sind, also die Unterstützer.

 Je größer die Crowd, desto größer der Mehrwert für alle Beteiligten. Deshalb hat IDEENWALD – Crowdfunding keine thematischen Grenzen, weil es am Ende allen nützt.

Gerade die Kreativwirtschaft ist von entscheidender Bedeutung für alle anderen Sparten, denn ohne Kreativität keine Ideen, keineVisionen, keine Konzepte und keine Realisierungen. Es wäre toll, wenn ineinigen Jahren eine Crowd in RLP und Saarland bestehen würde, die sichgegenseitig unterstützt und voneinander lernen und profitieren kann, interdisziplinär und branchenübergreifend.

Zur Website von Ideenwald geht’s hier.