»Mein Gewinn: Zu wissen, wie ich mein Unternehmen noch besser vermarkten kann«

Der Kreativsonar zeichnet dieses Jahr wieder bis zu 12 Kreativschaffende aus. Als Gewinn erhalten diese jedoch keine Geldprämie, sondern ein Coachinprogramm. Warum dieses viel wertvoller sein kann als Geld, darüber haben wir mit der Kreativsonar Gewinnerin 2016, Martina Stertz gesprochen.

Liebe Martina,
Deine Marke ,,Määh in Germany‘‘ verwendet Lammfelle die in der Nahrungsmittelherstellung abfallen und eigentlich nicht mehr genutzt werden. Du fertigst aus diesen ausgefallene Taschen. Wie kam dir die Idee dazu? 

Auf dem Wochenmarkt in Koblenz-Ehrenbreitstein, kam ich mit Marie-Theres Neumann, der Schäferin des Hofs Meerheck aus Neuwied, ins Gespräch. Ihr Betrieb hat sich auf die Produktion von Lammfleisch spezialisiert. Daher fragte ich Marie-Theres , was sie mit den Schaffellen tut, die bei der Schlachtung anfallen. Sie sagte mir, dass die Felle, die verwandt werden, medizinisch gegerbt und anschließend als Baby-Decken verkauft werden. Mit dieser Aussage war mir klar, da muß noch etwas anderes daraus entstehen können. Und die Idee für MÄÄH in Germany war geboren.  Aber MÄÄH in Germany sind nicht nur ausgefallene Taschen. MÄÄH in Germany hat sich auch mit Hilfe des Kreativsonar weiterentwickelt. So fertigen wir auch Westen aus Lammfell mit Merionostrick, wie mein Modell MÄÄHrino oder Wohnaccessoires wie dem MÄÄHppich, einem Lammfellteppich mit Lederverbrämungen.

Du bist seit etlichen Jahren im Modedesign tätig und hast ein Unternehmen aufgebaut, das mittlerweile acht Mitarbeiter beschäftigt. Warum hast du dich für den Kreativsonar beworben? 

Auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln war noch nie mein Ding. Als mich Frau Bille von der Beratungsstelle Formgebung der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz auf den Wettbewerb aufmerksam machte, fand ich die Idee mit dem Kreativsonar neue Wege zu gehen extrem spannend. Vor allem aber wollte ich mit Hilfe des Kreativsonar Möglichkeiten erkennen meine Marke MÄÄH in Germany weiter auszubauen.

Man lernt nie aus – heißt es zumindest. Was konntest du als ,,alter Hase‘‘ im Geschäft noch neues lernen bei den Workshops des Kreativsonar?

Ich bin ein Mensch der stetig an sich arbeitet und neue Ideen und Wege ausprobiert. Hierbei stößt man natürlich auch oftmals an seine Grenzen und weiß alleine nicht genau, wie man diese am Besten überschreitet. Die neuen Lerntechniken und Herangehensweisen an Problembewältigung haben mir hierbei mehrfach schon weitergeholfen, einfacher zu meinem Ziel zu kommen. Mein Gewinn liegt dabei nicht nur in das vom Kreativsonar vermittelten Wissen und Techniken, sondern auch in den Erfahrungen mit meinen Mitgewinnern. Ich hätte nie gedacht, dass eine Gruppe so unterschiedlicher Gewinner des Kreativsonars, so toll zusammenarbeiten können. Die „Co-Produktion“ der verschiedensten Gewinner bei der Show „Steel-echt“ in Neunkirchen hat dies eindeutig bewiesen.

Warum sollte man sich für den Kreativsonar bewerben? 

Das eigene Wissen um die eigene Marke / Idee ist das Eine. Aber zu wissen wie man damit die richtigen Personen erreicht und somit zum Erfolg kommz, wird beim Kreativsonar anschaulich transportiert.

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Martina Stertz Martina Stertz ist Kürschnermeisterin und betreibt seit 1992 ihr eigenes Unternehmen für Mode- und Pelzdesign in Koblenz. Der Verzicht auf das Material der „Luxus-Pelze“ aus unbekannten Zuchten, das genaue Wissen über die Herkunft der Materialien von Tieren, die nicht ihres Pelzes wegen getötet wurden und das konsequente up-cycling alter Pelzkleidung unterscheidet Martina Stertz und ihr Achtköpfiges Werkstatt-Team dabei von allen anderen Kürschnerbetreiben in Deutschland. Seit 2013 ist Martina Stertz stellvertretende Obermeisterin der Innung für Bekleidung, Bücher, Schuhe Mittelrhein. 2016 erhielt sie für ihr achtsames Pelzdesign den Staatspreis für das Kunsthandwerk Rheinland-Pfalz und gewann mit ihrer Marke MÄÄH in Germany den Kreativsonar. Jüngst erhielt sie den German Red Fox Awards 2017 in der Kategorie Damenpelze.