Matthäus Niedoba: ,,Meine Arbeit hat viel mit gutem Handwerk zu tun.“

Dabei sein ist alles! – oder doch nicht? In unserer Interviewreihe Stimmen, haben mit Gewinnern des Kreativsonar 2015 über ihre Erfahrungen, ihre Motivitation und – natürlich – Kreativität gesprochen.

Als ihr letztes Jahr das Kreativsonar gewonnen habt, steckte eure Ideen noch in den Kinderschuhen. Was ist seit dem passiert?
Vieles 🙂 Zuerst einmal hat sich der Name geändert. Das Projekt nennt sich jetzt Lingit. Wir haben uns auf die Entwicklung des Prototypen fokussiert und sind dort auch sehr weit gekommen. Aktuell funktioniert unsere App wunderbar auf mobilen Endgeräten und wir haben schon viel positives Feedback erhalten. Der nächste Schritt ist natürlich diese App auf ein Head-Mounted-Display anzupassen. Das sind Brillen, die einem Grafiken in die reale Welt projizieren. Das bedeutet weiterhin viel Forschungsarbeit. Forschen, designen, entwickeln und testen, das ist der Zyklus in dem wir uns weiterhin bewegen.

Augmented Vocabulary soll das Erlernen von Fremdsprachen erleichtern, in dem es Vokabeln auf eine spielerische Art und Weise vermittelt. Die Idee zu kam dir beim Activity-Spielen zusammen mit Freunden. Welche Chancen bietet deiner Meinung nach die Gamification?
Gamification schafft vor allem erste Erfolgserlebnisse. Wir alle wissen wie mühselig Fremdsprachen lernen am Anfang ist. Kurze Erfolgserlebnisse wirken motivierend und helfen uns am Ball zu bleiben. Unsere Großeltern wurden in der Schule durch Strafe zum Lernen motiviert. Das hat sich heute komplett umgedreht. Lernen ist eine Art Entertainment geworden und Wissen ein Statussymbol. Da wir viel in unserer Freizeit lernen, sollte so eine App Spaß machen.

Augmented Reality ist momentan groß im Kommen. Wie glaubst du, wird dies unser Leben verändern?
Ich glaube es wird die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine erheblich erleichtern. Wir werden ganz natürlich mit Computern kommunizieren. Früher war der Computer ein Kasten mit Monitor, Tastatur und Maus der im Büro stand. Dort haben wir ein paar Excell-Tabellen ausgefüllt, im Internet gesurft und ihn danach ausgeschaltet. Heute sind wir durch Smartphones, Smartwatches usw. umgeben von Computern. Momentan gucken wir noch auf Flache Bildschirme und können die virtuelle Welt von der realen klar trennen. In Zukunft werden beide Welten miteinander verschmelzen. Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Da wir jetzt schon einen Überfluss an Informationen haben und dieser durch Augmented Reality noch intensiver wird, sehe ich die Herausforderung darin, dass wir besser lernen sollten, Informationen zu filtern.

Du bist Programmierer und 3D-Grafikdesigner. Was liebst du an deiner Arbeit am meisten?
Meine Arbeit hat viel mit gutem Handwerk zu tun. Vor 100 Jahren wäre ich Bildhauer oder Konstrukteur geworden. Aber glücklicherweise leben wir in einer Zeit wo Design und Technik so wunderbar zusammenarbeiten. Die Symbiose aus Design und Technik fasziniert mich immer wieder und ich liebe es gute Produkte herzustellen. Mein Job als Designer ist es Probleme zu lösen und Technik einzusetzen um ein gutes Produkt herzustellen.

Matthäus Niedoba am PC

Augmented Vocabulary ist eine App für Tablets, die anhand von Augmented Reality beim Lernen von Vokabeln unterstützt. 2015 gewann das Projekt den Kreativsonar. Wir haben mit Mitinitiator Matthäus Niedoba gesprochen.

www.matniedoba.de