»Es braucht Transfer- und Denkorte« Christoph Krause

Wir gehen auf Stimmenfang – Im Rahmen der Interviewreihe Stimmen wollen wir Vertreter der Kultur- und Kreativwirtschaft zu Wort kommen lassen. Ihre Statements beschreiben, hinterfragen und inspirieren. Als nächstes unterhalten wir uns mit Christoph Krause (Leiter des Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation).

Guten Tag, Herr Krause. Worin sehen Sie den Haupteinfluss von neuen Technologien?

Die rasante Digitalisierung aller Lebensbereiche insbesondere der Produktion, der Geschäftsprozesse und – modelle sorgen für besondere Verwirbelungen in der Wirtschaft und sind zugleich doch Chance. Gerade die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft bilden hier die notwendigen Netzwerke um geeignete Modelle zu entwickeln, die richtigen Fragen zu stellen und Synergiepotentiale nutzbar zu machen.

Was kann die traditionelle Wirtschaft hierbei von der Kultur- und Kreativwirtschaft lernen?

Lernen können beide voneinander! Unternehmerisches Denken und Handeln hier, die Erfindungs- und Entwicklungskultur dort, Etabliertheit und Perspektivwechsel – gefragt ist Zusammenarbeit um zu gestalten. Ob Kreativ – macher – denker – lotsen oder piloten – alle Wirtschaftsbranchen haben längst erkannt, welche Potentiale hier gemeinsam wirken. Mehr als die traditionelle Wirtschaft sehe ich jedoch das Bildungssystem als größten Kunden, sich der Kompetenzen der Kreativen zu bedienen.

Wie sehen denn für Sie die nächsten Schritte aus, um wirtschaftliche Potentiale der Kultur- und Kreativwirtschaft weiter zu fördern?

Die Kunst liegt weiterhin darin, die Akteure und Kunden branchenübergreifend in Aktion zu bringen. Es braucht Transfer- und Denkorte, die kreative, technologische, wissenschaftliche und ökonomische Potentiale miteinander verknüpfen. Das Zusammenspiel von Traditions- und Kreativwirtschaft, von Spiel und Routine gilt es durch Formate und Situationen zu stärken.

Was bedeutet für Sie Kreativität?

Für mich als Designer gilt es den Begriff Kreativität mit Substanz anzureichern und eine kulturelle Dimension in Projekten zu erreichen. Gerade im Bereich des Designs brauchen wir ein fachlich begründetes Selbstbewusstsein jenseits von Begrifflichkeiten.

Christoph Krause (Designer), arbeitet für die Bereiche Design, Handwerk, Kultur und Forschung. Projekte und Prozesse zu entwickeln und umzusetzen stehen im Fokus. Die Verknüpfung unterschiedlicher Akteure, Institutionen und Wirtschaftsbereiche bilden die Grundlage. Aus einem interdisziplinären Netzwerk heraus werden Kooperationen initiiert, Innovationsprozesse angestoßen und Designinitiativen aktiviert. Seit 2007 organisiert er im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz den Designpreis RLP Produktdesign, seit 2009 leitet es das Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation, seit 2013 ergänzend den eBusiness Lotsen Mittelrhein.

 http://www.hwk-kompetenzzentrum.de/