»Think outside the box!« Anke Rehlinger

Wir gehen auf Stimmenfang – Im Rahmen der Interviewreihe Stimmen wollen wir Vertreter der Kultur- und Kreativwirtschaft zu Wort kommen lassen. Ihre Statements beschreiben, hinterfragen und inspirieren. Heute fragen wir bei Anke Rehlinger (Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr) nach.

Guten Tag, Frau Ministerin. Was verbinden Sie mit der Kreativwirtschaft?

Mit Kreativwirtschaft verbinde ich Wachstum und Fortschritt! Sie verhält sich komplementär zur traditionellen Wirtschaft. Kultur- und Kreativwirtschaft ist teilweise in den ehemaligen Gebäuden der erfolgreichen Stahlindustrie der Nachkriegszeit zu Hause. Von dort aus kurbelt sie nun wieder die saarländische Wirtschaft mit an. Sie schafft Arbeitsplätze und macht unser Saarland zum attraktiven Ausflugsziel.

Was kann die traditionelle Wirtschaft von der Kultur- und Kreativwirtschaft lernen?

Think outside the box! Von der Kreativwirtschaft können wir lernen, uns auf neue Denkansätze einzulassen und auch mal etwas unkonventioneller zu handeln. Gerade Unternehmen, die ein sehr technisches Arbeitsfeld haben, können von Impulsen aus der Kreativwirtschaft profitieren. Eine Kernkompetenz, die diese Impulse geben kann, ist beispielsweise die Innovation auf gestalterischer Ebene.

Wie sehen denn für Sie die nächsten Schritte aus, um wirtschaftliche Potentiale der Kultur- und Kreativwirtschaft weiter zu fördern?

Stärken wir die Kreativen, so stärken wir auch die Wirtschaftskraft. Dabei dürfen wir die kleinen Kreativbetriebe und freischaffende Künstler nicht vergessen. Wir müssen die Erwerbschancen für Kreative verbessern. Dazu gehört, dass wir Wirtschaftsakteure und Kreativschaffende zusammenbringen, sozusagen einen Pool schaffen, in dem Wirtschaft und Kreativwirtschaft miteinander agieren.

Was bedeutet für Sie Kreativität?

Kreativität ist für mich sowohl Ursprung als auch Ergebnis des Neuen. Um etwas Innovatives, Anderes zu schaffen, muss ich alte Denkmuster und Handelsweisen hinter mir lassen. Nur dann gelingt es mir, etwas hervorzubringen, dass sich von allem Dagewesenen abhebt, etwas, das kreativ ist.

 

Anke Rehlinger wurde 1976 in Waden geboren. Sie schließt im Jahr 2000 ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Universität des Saarlandes mit dem 1. Staatsexamen ab. 2003 folgt schließlich das 2. Staatsexamen. Dem saarländischen Landtag gehört Anke Rehlinger als Mitglied der SPD seit dem Jahr 2004 an. 2012 ernennt man sie zur Ministerin der Justiz und zur Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz. Im Januar 2014 wird sie Wirtschaftsministerin sowie stellvertretende Ministerpräsidentin. Seit Oktober 2014 ist sie zudem Präsidentin der saarländischen Wirtschaftsförderung saar.is saarland.innovation und standort e.V.